Versöhnung und ihre Äquivalente im transkulturellen Vergleich
Graduiertenkolleg 3125
„Versöhnung“ bzw. „Reconciliation“ ist in den 1990er Jahren zu einem sozialwissenschaftlichen Analysebegriff geworden. Ungefähr zeitgleich begann man im Bereich der internationalen Beziehungen große Hoffnungen auf Versöhnung als Mittel zur Friedenskonsolidierung zu setzen. Nicht zuletzt die Vereinten Nationen etwa bemühten sich, in Postkonfliktsituationen gezielt Versöhnung zu fördern. Dadurch sollte Friedensprozessen Nachhaltigkeit verliehen werden. Die aktuelle Weltlage mit ihren gesellschaftlichen Polarisierungstendenzen und internationalen Konflikten verleiht dem Thema weitere Relevanz. Das Graduiertenkolleg versteht sie als Herausforderung und zielt darauf, in interdisziplinärer und transkulturell synchron wie diachron vergleichender Perspektive Konzepte, Strategien und Praktiken der Konflikttransformation zu erforschen. Als Ausgangspunkt nutzt es den heuristisch verstandenen Begriff der „Versöhnung“. Dabei geht es von der Arbeitsdefinition aus, die Versöhnung als pluriforme Strategien für eine nachhaltige Überwindung und Umwandlung langfristiger Konflikte sowohl zwischen Nationen und Staaten als auch zwischen ganz unterschiedlich zu definierenden Gruppen innerhalb eines Staatsgebiets (oder innerhalb mehrerer Staaten) versteht.
Hypothese ist, dass mit Versöhnung und ihren Äquivalenten in europäischen und nicht-europäischen Kulturen ein Reaktions- und Strategierepertoire bereitgestellt wird, durch das Konfliktsituationen entschärft und – im besten Fall – überwunden werden können. Der Mehrwert bei der Verwendung dieses heuristischen Konzepts liegt darin, dass es zum einen auf ein breites Spektrum kollektiver Konflikte bezogen wird, zum anderen mehr als nur das Ende Gewalt bezeichnet und aus freien Anerkenntnisverhältnissen hervorgeht. Ein besseres Verständnis verschiedener Konzepte, Strategien und Praktiken von Versöhnung ist nicht zuletzt auch die Voraussetzung, um Erfolgs- und Misserfolgsbedingungen zu bestimmen. Zugleich möchte das Graduiertenkolleg auch Kehrseiten von Versöhnungsprozessen in den Blick nehmen und etwa nach mit ihnen gegebenenfalls verbundenen Exklusionsmechanismen oder neu entstehenden Ungleichheiten fragen.
Ein wichtiges Anliegen des Graduiertenkollegs ist, den stark christlich-europäisch geprägten Versöhnungsbegriff erweitern und transkulturell vergleichend auch Äquivalente von Versöhnung mit in den Blick nehmen und die mit diesem Begriff verbundene Standortgebundenheit stets kritisch mitzureflektieren. Dafür wählt das Graduiertenkolleg eine transkulturell vergleichende Herangehensweise und sucht nach „Familienähnlichkeiten“ (Wittgenstein). Kulturen werden hierbei als offen und wandelbar aufgefasst.
Am Graduiertenkolleg beteiligt sind durch die Gruppe der Antragstellenden die folgenden Fächer:
- Alte Geschichte
- Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft
- Didaktik der Geschichte
- Geschichte der Frühen Neuzeit/Historische Friedens- und Konfliktforschung
- Islamwissenschaften
- Judaistik
- Kunstgeschichte
- Neuere und Neueste Geschichte
- Politische Soziologie/Versöhnungsstudien
- Sozial- und Kulturanthropologie/Kritische Museums- und Heritagestudien
- Rechtswissenschaft
- Religionsphilosophie.
Darüber hinaus sind weitere als weitere Fachdisziplinen Südostasienwisssenschaften/Koreanistik/ Japanologie, Evangelische und Katholische Theologie, Osteuropäische Geschichte und Provenienzforschung assoziiert. Als methodische Orientierung dient die Grounded Theory, die es erlaubt, mit unterschiedlichen fachspezifischen Methoden zu arbeiten.
Mit ihrer Arbeit am Graduiertenkolleg partizipieren die Kollegiat:innen an der interdisziplinären Erforschung eines hochrelevanten Themas, das seine Aktualität in absehbarer Zukunft nicht verlieren wird. Mit seinem thematischen Zuschnitt ebenso wie durch sein Studienprogramm liefert das GK ihnen eine optimale Vorbereitung für eine Tätigkeit in der Wissenschaft oder in zahlreichen anderen Berufsfeldern.
Das Graduiertenkolleg basiert auf einem strukturierten Betreuungskonzept. Vorgesehen ist eine Tandembetreuung durch die am Graduiertenkolleg beteiligten Hochschullehrenden, die im Bedarfsfall noch durch eine:n dritte:n Betreuer:in ergänzt werden kann.
Das Studienprogramm umfasst ein in der Vorlesungszeit zweiwöchentlich stattfindendes Kolloquium, sowie zwei Mal pro Semester stattfindende Projektgruppentreffen. Überdies bietet das Qualifizierungsprogramm eine breite Palette an teils verpflichtenden, teils optionalen Workshops. Im Praxismodul können die Kollegiat:innen Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern innerhalb und außerhalb der Wissenschaft sammeln. Insbesondere können auch Praktika, etwa bei unseren zahlreichen Kooperationspartnern, absolviert werden. Durch die Möglichkeit eines mehrmonatigen Forschungsaufenthalts im Ausland, den Austausch mit Gästen, Mercator-Fellows und zahlreichen Partnerorganisationen können sich die Kollegiat:innen ein internationales Netzwerk aufbauen.
Jun.-Prof. Dr. Julia Binter
Argelander-Professorin für Kritische Museums- und Heritage Studien
Julia Binter ist Kultur- und Sozialanthropologin mit einem interdisziplinären Hintergrund in Theater-, Film- und Medienwissenschaften sowie langjähriger Erfahrung im internationalen Museums- und Kulturerbekontext. Seit 2023 ist sie Argelander-Professorin für Kritische Museums- und Heritage Studies an der Universität Bonn und stellvertretende Direktorin des Global Heritage Lab. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der kritischen Analyse von Restitutionsprozessen und kolonialen Sammlungsgeschichten im transkulturellen Kontext. Sie entwickelt kollaborative Formate mit Partner:innen aus Wissenschaft, Kunst, Zivilgesellschaft und betroffenen Communities und arbeitet an der Schnittstelle von Anthropologie, Museumsstudien und Kulturerbepolitik. Sie hat zahlreiche transnationale Forschungsprojekte zu kolonialem Sammlungsgut in Deutschland, Großbritannien, Nigeria und Namibia geleitet und berät Museen in Belgien, Österreich und Benin bei der Reflexion musealer Praxis im Kontext von Restitution. Von 2018 bis 2023 war sie am Aufbau der Provenienzforschung an den Staatlichen Museen zu Berlin beteiligt. Als Reviews Editor des peer-reviewed Journals Museum Worlds engagiert sie sich für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit globalen Transformationsprozessen im Museumswesen.
Prof. Dr. Stephan Conermann
Professor für Islamwissenschaft
Stephan Conermann ist ausgebildeter Historiker, Slawist und Islamwissenschaftler. Unter anderem war er von 2010 bis 2022 Sprecher der DFG-Kollegforschergruppe Geschichte und Gesellschaft der Mamlukenzeit (1250–1517), von 2011 bis 2016 Vorstandsmitglied des BMBF-Kompetenznetzwerkes Crossroads Asia: Konflikt – Migration – Entwicklung und von 2016 bis 2020 stellvertretender Sprecher des SFB Macht und Herrschaft – Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive. Seit 2019 fungiert er als Sprecher des Bonner Exzellenzclusters Beyond Slavery and Freedom. Strong Asymmetrical Depencencies in Pre/Modern Societies. Im Rahmen dieser Verbundprojekte, in denen Aspekte der Versöhnung und Konflikttransformationen eine sehr wichtige Rolle spielten, hat er verschiedene relevante Forschungsfelder bearbeitet: neben den internen Problematiken des Delhisultanates und des Moghulreiches (Muslime vs. Hindus) sowie des Mamlukensultanates (arabische einheimische Bevölkerung vs. türkische Herrschaftselite) auch die gesellschaftlichen Spannungen in Ägypten und Syrien nach der Eroberung durch die Osmanen 1517. Für das Thema des GKs sind natürlich die Fragestellungen des Clusters ebenfalls von großer Bedeutung. Hier standen für ihn in letzter Zeit vor allem Fragen nach den Versöhnungsprozessen in Hinblick auf das Sklavereierbe in den ehemaligen Kolonialmächten auf der einen und in den Gesellschaften der Karibik auf der anderen Seite im Vordergrund.
Jun.-Prof. Dr. Rosario Figari Layus
Juniorprofessorin für Versöhnungsforschung
Rosario Figari Layús ist Soziologin. Sie ist seit Oktober 2024 Juniorprofessorin für Versöhnungsforschung sowie auch Sprecherin des Zentrums für Versöhnungsforschung an der Universität Bonn. Sie verfügt über eine langjährige internationale Expertise in den Bereichen Versöhnungsforschung, Konflikttransformation und Friedens- und Konfliktforschung sowie politische Gewalt, insbesondere in Lateinamerika, aber auch darüber hinaus. Rosario Figari Layús promovierte an der Universität Marburg im Fach Politikwissenschaft über die strafrechtliche Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur in Argentinien und deren Auswirkungen auf die Opfer und die Gesellschaft. Sie hat in den letzten Jahren verschiedene Forschungs- und Transferprojekte mitgestaltet und koordiniert, die sich mit unterschiedlichen Fragestellungen zu den Herausforderungen von Versöhnungsprozessen, Konflikttransformation und Friedensförderung befassen. Insbesondere hat sie zu den Themen Rechenschaftspflicht und Wiedergutmachung für Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Postkonflikt- und Postdiktaturkontexten in Lateinamerika gearbeitet. Sie ist Associate Editor des von Oxford University Press herausgegebenen International Journal of Transitional Justice.
Prof. Dr. Peter Geiss
Professor für Didaktik der Geschichte
Peter Geiss, Gründungsmitglied des Bonner Zentrums für Versöhnungsforschung, befasst sich seit zwei Jahrzehnten mit Herausforderungen der geschichtskulturellen Verständigung zwischen Nationen. Er war Mitherausgeber und Mitautor des international rezipierten deutsch-französischen Geschichtsbuchs für die gymnasiale Oberstufe bzw. das Lycée (drei Bände, 2006-2011). Das Werk bilanziert in geschichtsdidaktischer Perspektive den deutsch-französischen Aussöhnungsprozess, expliziert aber zugleich auch weiterbestehende Dissenspotenziale. Das weltweite Interesse an diesem Projekt hat Peter Geiss veranlasst, in späteren Publikationen nach Möglichkeiten eines Transfers deutsch-französischer Verständigungserfahrungen in andere geographische und geschichtskulturelle Räume hinein (so etwa ins Baltikum) zu fragen. Diese Arbeit setzte sich in einem Vortrag und einer Aufsatzpublikation für das Zentrum für Versöhnungsforschung (gemeinsam mit Michael Rohrschneider) fort und wird um einen weiteren für das Forschungsfeld einschlägigen Schwerpunkt ergänzt: die Frage nach dem praktischen Lernen aus der Geschichte.
Prof. Dr. Marion Gymnich
Professor of English Literature and Culture
Marion Gymnich hat Anglistik, Germanistik und Slavistik studiert und ist Professorin für Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Bonn. Sie hat sich seit 2019 u.a. in mehreren Publikationen mit literarischen Texten über den Ersten Weltkrieg beschäftigt, auch aus komparatistischer Perspektive. Dabei kommt die Frage zum Tragen, inwieweit die Art und Weise, in der der Krieg aus der Retrospektive mithilfe literarischer und/oder visueller Verfahren dargestellt wird, Raum für Fremdverstehen bietet oder gar den Weg für Versöhnung vorbereitet. Außerdem hat sie sich im Rahmen des Exzellenzclusters 2036 (Bonn Center for Dependency and Slavery Studies), dessen stellvertretende Sprecherin sie von 2019-2025 war und in dessen zweiter Phase (ab 2026) sie als Principal Investigator mitwirken wird, mit unterschiedlichen Formen von starker asymmetrischer Abhängigkeit in der Gesellschaft und deren Verarbeitung in fiktionalen und faktualen Texten auseinandergesetzt. Das Erbe der transatlantischen Sklaverei und andere Ausprägungen gesellschaftlicher Abhängigkeiten in der Vergangenheit werfen unweigerlich die Frage nach Versöhnung und Unversöhnlichkeit auf.
Prof. Dr. Christine G. Krüger
Professorin für Neuere und Neueste Geschichte, Sprecherin des Graduiertenkollegs
Christine G. Krüger ist Vorstandsmitglied des Bonner Zentrums für Versöhnungsforschung. Sie hat im Rahmen ihrer Dissertation am SFB Kriegserfahrungen (Tübingen) zu Juden im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gearbeitet und dabei ein besonderes Augenmerk auch auf Friedens- und Versöhnungsvorstellungen gelegt. In ihrer Habilitation hat sie Jugendfreiwilligendienste in der Bundesrepublik und Großbritannien untersucht, wobei insbesondere auch diejenigen Freiwilligendienste im Fokus standen, die sich wie etwa die Aktion Sühnezeichen als Versöhnungsdienste verstanden. Eine dritte Monografie behandelt urbane Konfliktsituationen in Hamburg und London im ausgehenden 19. Jahrhundert. Ein besonderes Interesse dieser Studie galt innergesellschaftlichen Versöhnungsbestrebungen, wie sie etwa im Rahmen der britischen Settlementbewegung angestoßen wurden. Im Frühjahr 2026 erschien aus einer Tagung hervorgegangener und von Christine Krüger herausgegebener Sammelband mit dem Titel Geschlechterzuschreibungen der (Un-)Versöhnlichkeit.
Prof. Dr. Jan Meister
Professor für Alte Geschichte
Jan Meister hat unter verschiedenen Gesichtspunkten zu inneren Konflikten in der griechischen Antike und den Bemühungen, diese einzudämmen, geforscht. Von 2014–2017 leitete er ein DFG-Netzwerk zu Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik, das den Konnex von konfliktreicher Konkurrenz und institutionellen Lösungen untersuchte (ein breit rezipierter, gemeinsam mit Gunnar Seelentag herausgegebener Sammelband erschien. Von 2019–2022 war er Mitglied im DFG-Netzwerk Interner Krieg: Gesellschaft, soziale Ordnung und politischer Konflikt in der Antike (ein englischsprachiger Beitrag zu Bürgerkriegen in der Archaik ist eingereicht) und ist Mitglied im Advisory Board der Reihe Studies Ancient Civil War bei de Gruyter. Ferner hat er sich aus rezeptionsgeschichtlicher Perspektive mit der althistorischen Deutung innerer Konflikte als Klassen- bzw. Ständekämpfe und Luxusbeschränkung vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund des 19. und frühen 20. Jh. beschäftigt.
Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch
Professorin für allgemeine Kunstgeschichte mit einem Schwerpunkt auf der Kunst der Niederlande
Birgit Ulrike Münch hat seit ihrer Dissertation 2009 zu Fragen der konfessionellen Lagerbildung, etwa am Beispiel der Passio Christi, und den durch Kunst vermittelten Narrativen von Konflikt und Konsens im 16. Jahrhundert geforscht. Sie interessiert sich für die Frage, wie Kunst Prozesse der Versöhnung thematisiert oder im Sinne des „Bildaktes“ selbst anzustoßen in der Lage ist. Im Cluster Beyond Slavery and Freedom arbeitet sie zu Prostitution im kolonialen Kontext und behandelt hier auch die vielfältige Erinnerungs- und Versöhnungskultur (primär Belgien und Niederlande). Sie ist eine der beiden Gründungsdirektorinnen der CBA (Cologne Bonn Academy in Exile), die sich innerhalb ihrer Forschungsfragen den Themen Versöhnung und Heritage im Rahmen des Ukrainekrieges widmet, Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des GNM, Komitee-Mitglied des internationalen Kunsthistorikerverbandes CIHA und seit 2025 Mitglied des Beirats für kunsthistorische Forschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Sie hat mehrere kulturhistorische Ausstellungen (co-)kuratiert.
Prof. Dr. Michael Rohrschneider
Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte
Michael Rohrschneider zählt zu den Gründungsmitgliedern des Bonner Zentrums für Versöhnungsforschung. Er ist seit der Arbeit an seiner Habilitationsschrift zum Westfälischen Friedenskongress und seit 2016 als Leiter des Zentrums für Historische Friedensforschung (ZHF) der Universität Bonn eng mit den Themenkomplexen „Frieden“ und „Versöhnung“ befasst. Er verfügt über langjährige Expertise im Bereich der internationalen Historischen Friedens- und Konfliktforschung, er leitet die historisch-kritische Quellenedition der Akten zum Westfälischen Frieden (Acta Pacis Westphalicae, bisher 48 Bde.) und hat mehrere Publikationen in Sammelbänden zu konkreten Aspekten von „Versöhnung“ vorgelegt. Zudem kann er die reichhaltige Materialsammlung des ZHF, die in jahrzehntelanger Arbeit aus über 150 Archiven und Bibliotheken zusammengetragen wurde, in das Vorhaben einbringen.
Prof. Dr. Mathias Schmoeckel
Professor für Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte
Mathias Schmoeckel ist Professor für Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte. Seine Dissertation schrieb er zur Großraumtheorie von Carl Schmitt und publiziert seither immer wieder zur Geschichte des (Kriegs-)Völkerrechts. Er beschäftigt sich seit der Habilitation besonders mit der Geschichte des Prozessrechts und den Beweisen für das juristische Erkenntnisverfahren (Schmoeckel 2013); eine Geschichte des Beweisrechts von der Antike bis zur Gegenwart ist im Druck. Immer wieder wurden so Urteils-Voraussetzungen wie Wahrheit oder Wahrscheinlichkeit und Gerechtigkeit im Laufe der Jahrhunderte untersucht. Rechtsdogmatisch arbeitet Schmoeckel vor allem zum Erbrecht. Insgesamt interessiert er sich für die Bezüge zwischen Theologie (Kirche) und Recht sowie die Differenzen zwischen den verschiedenen europäischen Konfessionen.
Prof. Dr. Michael Schulz
Arbeitsbereich Philosophie und Theorie der Religionen
Michael Schulz, Gründungsmitglied des Bonner Zentrums für Versöhnungsforschung und Sprecher des Interdisziplinären Lateinamerika-Zentrums (ILZ) der Universität Bonn, hat sich mit dem „Clash of Civilizations” in Lateinamerika im 16. Jahrhundert, mit kolonialer Ethik, Gesetzgebung und Religionsphilosophie auseinandergesetzt, oft in Kooperation mit der PUCRS in Porto Alegre, Brasilien. Zusammen mit Forschenden der Universität Bonn und der PUCP in Lima konnte er einen von der DFG geförderten Workshop zum Thema enthumanisierender Gewalt und ihrer Überwindung durch unterschiedliche Versöhnungsstrategien einwerben, dessen Ergebnisse in der Reihe (ISLA) des ILZ veröffentlicht wurden. In zahlreichen Aufsätzen zu Bartolomé de Las Casas und José de Acosta (erörtert er die Möglichkeit und die Grenzen einer diatopischen Hermeneutik des kulturell „Anderen“ mit dem Ziel eines versöhnten Zusammenlebens in Verschiedenheit in der Kolonialzeit. Aktuell steht Las Casas’ Projekt der Versöhnung in Form eines iberoamerikanischen Commonwealth im Fokus seiner Forschung. In seinen Arbeiten zu Hegel hat er wesentliche Einsichten in die Migration des Versöhnungsbegriffs von der Theologie zur (lateinamerikanischen) Philosophie gewonnen. Außerdem untersucht er das Verständnis des Versöhnungsbegriff der Wahrheits- und Versöhnungskommission Perus.
Prof. Dr. Susanne Talabardon
Professorin für Judaistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bonner Zentrum für Versöhnungsforschung
Susanne Talabardon ist Judaistin und Religionswissenschaftlerin. Sie betreibt rezeptions-geschichtliche und religionshistorische Forschung mit einem komparatistischen (jüdisch-christlichen) Schwerpunkt. In Theorie und Praxis befasst sie sich mit Bedingungen und Möglichkeiten gelingenden interreligiösen Dialogs. Zu diesem Arbeitsfeld hat Susanne Talabardon sowohl einführende wie auch spezialisierte Beiträge verfasst. Sie gehört zum Leitungsteam des Gesprächskreis Juden und Christen beim Zentralrat der Katholiken und zu mehreren im jüdisch-christlichen Dialog engagierten Forscher:innengruppen. Die Organisation und/oder fachliche Begleitung wissenschaftlicher Konferenzen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglichen Veranstaltungen gehört zu ihren regelmäßigen Tätigkeiten.
Die Themen für die Promotionsprojekte der Kollegiat:innen sind nicht vorgegeben, sondern es ist erwünscht, dass die Bewerber:innen eigene Themen ausarbeiten. Die hier aufgelisteten Projektskizzen aus den verschiedenen am Graduiertenkolleg beteiligten Fachdisziplinen sind daher als Vorschläge für künftige Promotionsprojekte zu verstehen, die bei der Erstellung von Exposés als Anregung oder zur Orientierung genutzt werden können, aber nicht müssen.
Der Jugend wird oft zugeschrieben, einen besonderen Beitrag zur Versöhnung leisten zu können, da sie einerseits als von der Vergangenheit unbelastet, andererseits als lernfähig oder formbar gilt. Dies hat die Forschung mit Blick auf jugendliche Versöhnungsinitiativen darlegen können. Aber was sich in diesen Versöhnungsinitiativen spiegelt, muss keineswegs repräsentativ für die Bemühungen von Erwachsenen sein, Jugendlichen die konfliktive Vergangenheit nahezubringen. Hier setzt das Projekt an. In verschiedenen englischsprachigen Ländern (und darüber hinaus) stellt der Erste Weltkrieg nach wie vor ein beliebtes Thema dar, gerade auch in Literatur für junge Leser:innen, von Bilderbüchern und Comics bis zu Romanen für junge Erwachsene. Für ein Promotionsprojekt kann aus einer großen Zahl von einschlägigen literarischen Werken für Erwachsene und/oder junge Leser:innen ein facettenreiches Korpus zusammengestellt werden, wobei je nach den Interessen der/des Promovierenden regionale oder zeitliche Schwerpunkte möglich sind. Die zentrale Frage besteht darin, wie der Erste Weltkrieg im Lichte von politischen Entwicklungen nach Beendigung des Konflikts aus der Retrospektive re-imaginiert wird, was und wie erinnert und nicht thematisiert wird, und welche Vorstellungen über Versöhnlichkeit oder Unversöhnlichkeit sich darin spiegeln.
Die Beilegung innerer Konflikte (staseis) war ein zentrales Problem griechischer Gemeinwesen. Für die Frage nach antiken Äquivalenten zu „Versöhnung“ ergeben sich hier drei vielversprechende Ansätze, bei denen in jeweils unterschiedlicher Weise die Aushandlung von Beziehungsgeflechten eine wichtige Rolle spielt: Erstens lassen sich auf der Ebene der Praxis Versöhnungsprozesse und die sie begleitenden Maßnahmen analysieren – besonders prominent etwa in Athen 403 mit einem schon in der Antike als beispielhaft angesehenen Amnestiebeschluss. Zweitens geben Autoren Aufschluss über antike Konzepte, in denen „Versöhnung“ gedacht werden konnte; so etwa Aristoteles mit seiner Reflexion über „bürgerliche Freundschaft“ (philia politike) als Grundlage für „Eintracht“ (homonoia). Drittens lässt sich zeigen, wie im 4. Jahrhundert externe Konflikte unter Griechen teilweise neu als staseis konzipiert wurden, die Bemühungen um einen gesamtgriechischen Frieden also begleitet wurden von einer Neukonzeption gesellschaftlicher Grenzen. Im Fokus steht dabei jeweils das Spannungsverhältnis zwischen explizit formulierten normativen Konzepten (Top-down) und den Problemen der praktischen Umsetzung (Bottom-up) in den kollektiv regierten Bürgerschaften.
Wenn wir von der Hypothese aufgehen, dass der Gedanke einer kollektiven Versöhnung ein modernes Phänomen ist und erst in einer säkularen Definition seinen Durchbruch erlebte, liegen für die Suche nach Äquivalenten Friedens- und Versöhnungsvorstellungen in vormodernen Konflikten, in denen Religion eine zentrale Rolle spielte, als wichtiger Untersuchungsgegenstand nahe. Ziel eines Dissertationsprojekts kann es beispielsweise sein, in akteurszentrierter Weise zu untersuchen, inwiefern im mittel- oder unmittelbaren Umfeld von bi- und multilateralen frühneuzeitlichen Friedensverhandlungen Versöhnungskonzeptionen eine Rolle spielten, und in diesem Zusammenhang der Frage nachzugehen, ob sich hierbei konkrete Einflüsse zeitgenössischer Friedensdiskurse nachweisen lassen. Integraler Bestand des Vorhabens wäre es, den Fokus nicht nur auf erfolgreiche Beispiele von Friedensstiftung und Versöhnung zu richten, sondern auch das – punktuelle oder dauerhafte – Scheitern von Versöhnung zu analysieren. Somit bietet das Projekt auch die Perspektive, einerseits Modelle erfolgreicher Friedensstiftung bzw. Versöhnung und andererseits zeitgenössische Negativfolien für nachfolgende Friedensfindungsbemühungen zu ermitteln. Als Ausgangs- und Ankerpunkt soll der Westfälische Frieden von 1648 dienen.
Im Bereich der Geschichtsdidaktik ist ein Promotionsvorhaben angedacht, das ausgehend vom deutsch-französischen Beispielfall die Rolle von historischen Modellen in ausgewählten Versöhnungsprozessen der Zeitgeschichte seit 1945 fokussiert. Der mit solchen Prozessen oft verknüpfte Anspruch auf ein „Lernen aus der Geschichte“ wird dabei als ein Feld der Konzeption und Legitimation von Versöhnung verstanden, auf dem Praktiken der Rezeption, Analyse und narrativen (Neu-)Konstruktion diskursiv verhandelt werden. Dabei sind gescheiterte Modellübertragungen nicht weniger relevant als erfolgreiche, da sie den Blick für Spezifika von Konstellationen schärfen, in denen jeweils Versöhnungsbedarf artikuliert wird. Der Rezeptions- und Konstruktionshorizont, in dem das deutsch-französische Beispiel herangezogen wurde bzw. wird (z.B. Südostasien oder Südosteuropa) kann der Expertise, den Sprachkenntnissen und Forschungsinteressen der Doktorandin/des Doktoranden abhängig gemacht werden.
Wie sich das Verhältnis zwischen normativen rechtlichen und religiösen Vorgaben auf der einen und dem gelebten Miteinander auf der anderen Seite gestaltete, fragt auch ein islamwissenschaftliches Promotionsprojekt. Mit der Einnahme Kairos im Jahre 1517 hatten die Osmanen das Mamlukensultanat vollständig besiegt. Die Sieger setzten sich dauerhaft in der Region fest und inkorporierten die beiden Regionen politisch und wirtschaftlich in ihr Reich. Ein Jahrhundert nach der Eroberung können wir die Entstehung lokaler Identitäten erkennen. Offensichtlich hatten die türkischen Invasoren und die arabischen Einwohner ihre massiven Konflikte überwunden und sich miteinander mehr als arrangiert. Aber zu fragen ist, inwiefern sich hier von einem Versöhnungsprozess sprechen lässt. Handelte es sich um einen tragfähigen modus vivendi oder um ein labiles Arrangement, das jederzeit wieder aufgegeben werden konnte? Es gilt anhand unterschiedlicher Quellen (Chroniken, Rechtstexte, Dokumente, materielle Funde etc.) zu untersuchen, wie der lange Transformationsprozess ablief und von welchen sozialen Dynamiken er begleitet wurde.
Mit Blick auf das Gesamtprojekt setzt sich das Promotionsprojekt zum Ziel, den konzeptionellen und pragmatischen Beziehungen zwischen dem übermächtigen Erinnern und dem vielfach vernachlässigten Vergessen innerhalb der jüdischen Tradition nachzugehen. In enger Verbindung dazu sollen die theoretischen und praktischen Ansätze der zwischenmenschlichen Versöhnung innerhalb der jüdischen Tradition systematisch untersucht werden, da diese – wenig ritualisiert und institutionalisiert, wie sie sind – in der Forschung bisher wenig Beachtung fanden. Methodisch wird eine komparatistische „dichte Beschreibung“ (Clifford Geertz) ritueller und liturgischer Prozeduren einerseits und relevanter Narrative andererseits im Zentrum des Projekts verortet. Die rezeptionsgeschichtliche Analyse der einschlägigen biblischen Erzählungen, von spätantik-talmudischen, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Exempla sollen in einen Dialog mit der Weiterentwicklung ritueller und gesellschaftlicher Versöhnungspraxis gebracht werden. Ziel des Projekts ist es, neue religionsgeschichtliche und anthropologische Perspektiven auf eine Tradition zu bieten, die sich innerhalb und außerhalb Europas als Minderheit bewähren musste.
Ziel eines weiteren Promotionsprojekts könnte es sein, Restitution als soziales Feld sichtbar zu machen, in dem politische, ökonomische und kulturelle Dynamiken von Erinnerung, Gerechtigkeit und Zukunftsgestaltung aufeinandertreffen. Untersucht werden die komplexen Verflechtungen zwischen Restitution von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten und Prozessen der Versöhnung. Im Zentrum steht die Frage, wie Restitution nicht nur als rechtlich-politischer Akt, sondern auch als symbolisch-kulturelle Praxis im Zeichen der Erinnerung verstanden werden kann. Analysiert werden unterschiedliche Konzepte von Versöhnung, die in Restitutionsprozessen diskutiert, praktiziert oder auch zurückgewiesen werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Kritik an eurozentrischen, häufig christlich geprägten Verständnissen von Versöhnung in transkulturellen Aushandlungen. Zugleich werden alternative, lokal verankerte Konzepte auf dem afrikanischen Kontinent beleuchtet. Drei Fallstudien – die Debatte um die Rückgabe der Ngonnso-Figur nach Kamerun, die Forderungen der Massai in Tansania sowie Restitutionsprozesse in Namibia – dienen als empirische Ankerpunkte. Je nach regionaler Spezialisierung der Kollegiat:in können Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt werden.
Im Fokus steht die Analyse neuer, kreativer Gedenkprojekte, die koloniale Vergangenheit und ihre Aufarbeitung thematisieren. Kreativ hieran kann sowohl die Form (Performance) oder auch der Ort sein. Methodisch werden kunsthistorische Analysen mit erinnerungskulturellen und postkolonialen Ansätzen verknüpft. Ziel ist es, den Wandel zu partizipativen, dialogischen Formen des Gedenkens aufzuzeigen. Dabei wird die Rolle von Ästhetik, Materialität und Raumgestaltung in der Versöhnungspraxis beleuchtet. Der Vergleich europäischer Phänomene (Nantes Bordeaux, Paris) mit globalen Beispielen, etwa aus der Karibik oder Westafrika, schärft den Blick für transnationale Erinnerung. So soll ein Beitrag zum Verständnis geleistet werden, wie Kunst im öffentlichen Raum historische Traumata sichtbar macht und gesellschaftliche Heilungsprozesse anzustoßen sucht.
Die sectional reconciliation nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg ist der einzige bewaffnete Konflikt des 19. Jahrhunderts, für den die Forschung Versöhnungsvorstellungen und -praktiken explizit zum Thema gemacht hat. Um die Hypothesen zu überprüfen, dass sich Versöhnungsvorstellungen zunächst im innergesellschaftlichen Kontext herausgebildet haben und dass demokratische Strukturen sie begünstigen, wie sie die sectional reconciliation zu bestätigen scheint, soll in dem Promotionsprojekt der Umgang anderer demokratisch verfasster Staaten bzw. Gesellschaften mit Bürgerkriegserfahrungen im 19. Jahrhundert untersucht werden. Das Projekt analysiert vergleichend den Umgang der zweiten mexikanischen und der dritten Französischen Republik mit der gesellschaftlichen Polarisierung nach dem mexikanischen Bürgerkrieg beziehungsweise der Pariser Commune im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Gefragt wird danach, welche Rolle hier jeweils Versöhnungsvorstellungen spielten, wie diese sich ggf. in verschiedenen politischen Lagern unterschieden und mit welchen politischen Ordnungsmodellen und Praktiken sie in Zusammenhang gebracht wurden.
Das Promotionsprojekt untersucht die Politik der Versöhnung in Lateinamerika im Anschluss an Massengewalt, darunter Bürgerkriege, Staatsterror und großflächige Menschenrechtsverletzungen anhand mehrerer Fallstudien auf nationaler und lokaler Ebene. Im Zentrum steht die Frage, wie Versöhnung – verstanden als sowohl transformatorisches als auch umstrittenes Konzept – im Rahmen von Transitional-Justice-Prozessen sowie im öffentlichen Diskurs verhandelt und umgesetzt wird. Im Fokus steht dabei der Vergleich unterschiedlicher Herangehensweisen von oben (Top-down) und von unten (Bottom-up), durch die Versöhnungspolitiken implementiert und gesellschaftlich wirksam werden. Gefragt wird, wie verschiedene Akteure – darunter staatliche Institutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Opferverbände, religiöse Akteur:innen und internationale Organisationen – den Begriff der Versöhnung strategisch mobilisieren, um Vertrauen aufzubauen, soziale Beziehungen wiederherzustellen und die Anerkennung von Opfern zu fördern. Gleichzeitig wird kritisch hinterfragt, inwiefern Versöhnung auch als politisches Instrument zur Stabilisierung elitären Machterhalts, zur Legitimierung von Straflosigkeit oder zur Begrenzung tiefgreifender Gerechtigkeits- und Wiedergutmachungserwartungen fungieren kann.
Besonders aufschlussreich erscheint der Einfluss christlicher Versöhnungsvorstellungen auf das Strafrecht moderner Demokratien. Ein rechtshistorisches Promotionsprojekt könnte sich mit der Geschichte der christlichen Strafbegründungen auseinandersetzen und es mit modernen Strafvorstellungen vergleichen sowie dabei den im allgemeinen bekannten christlichen Einfluss auf das Strafrecht in konkreten Fall ausloten. Der Begriff Versöhnung (καταλλαγή/ reconciliatio – engl. reconciliation) bezeichnet in der christlichen Tradition das Strafziel einer Wiederherstellung des Friedens in der Gesellschaft zwischen Täter, Opfer und Gesellschaft. Resozialisierung und Täter-Opfer-Ausgleich erfassen nur Teile davon: Das Opfer oder seine Angehörigen müssen sich heute als Nebenkläger oder durch Adhäsionsverfahren zu Gehör bringen. Umfassender wirkte das „forum internum“ des Gerichts bzw. des Beichtvaters, das bis zum 18. Jahrhundert auch bei den Protestanten noch an der Versöhnung mit Kirche und Gesellschaft mitwirkte. Diese Konzepte sind historisch aufzuarbeiten, um dadurch gegebenenfalls auch Defizite aufzuzeigen, die sich besonders im Vergleich zum Konzept der Versöhnung in der Moderne ergeben.
Im katholisch geprägten Spanien des 16. Jahrhundert blieb der Versöhnungsbegriff auf den religiösen Bereich beschränkt. Vertreter der Schule von Salamanca operierten mit juristischen Begriffen der restitutio, reparatio, recompensatio. Die Arbeit analysiert das Verständnis dieser Äquivalente sowie die Chance ihrer Umsetzung (Rechtskultur). Untersucht wird insbesondere das Versöhnungsprojekt von Bartolomé de Las Casas. Der Fokus liegt auf seiner im 16. Jahrhundert konzipierten Realutopie einer iberoamerikanischen Konföderation, in der Spanier und die indigenen Völker der Vizekönigreiche von Peru und Neuspanien auf der Basis von Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und politischer Selbstbestimmung in versöhnter Verschiedenheit zusammenleben. Von besonderer Relevanz ist dabei auch die Frage, inwiefern erkennbar wird, ob und inwieweit die Begegnung mit außereuropäischen nichtchristlichen Kulturen hier auf die christliche Vorstellungswelt eingewirkt hat.
Raum 2.010
Institut für Geschichtswissenschaft
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